JobTalk: Ältere Arbeitnehmer
Ausgabe Oktober 2009
JOBtalk
Thema: Erfolg durch Erfahrung – Ältere Arbeitnehmer im Job
Warum soll ich als Unternehmer auf ältere Arbeitnehmer setzen?
Wie bleibe ich als Arbeitnehmer am Ball?
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es
von der Arbeitsagentur?
Ältere Menschen haben oftmals eine langjährige Berufserfahrung? Diese wird aber oftmals von vielen Arbeitgebern niedriger bewertet als die vermeintliche Gefahr, dass ältere Menschen öfter im Job ausfallen als junge Menschen. Wie sind da ihre Erfahrungen – sind Arbeitgeber öfter bereit auch ältere, erfahrene Menschen einzustellen, die dann aber auch häufiger krank werden können?
Wir sind wirklich froh, dass wir in den vergangenen Jahren feststellen konnten, dass sich das Bewusstsein der Unternehmen sehr gewandelt hat. Gerade kleine und mittelständische Betriebe sind hier in der Regel sehr offen.
Zum einen merken die Firmen, dass es aufgrund des demographischen Wandels immer schwieriger wird, ausreichend junge Fachkräfte zu gewinnen. Zum anderen haben sie auch die Vorzüge älterer Arbeitnehmer erkannt: die Familienplanung ist abgeschlossen, die Menschen bringen jede Menge Erfahrung mit, ein gesunder Altersmix tut dem Unternehmen gut. Teilweise sagen Arbeitgeber auch, dass ältere Arbeitnehmer dankbarer und engagierter sind – gerade weil sie in der Vergangenheit mit Vorbehalten zu kämpfen hatten und wissen, wie schwierig es ist, einen festen Arbeitsplatz zu finden.
Oft bekommen wir auch das Feedback, dass lebenserfahrene Arbeitnehmer ein universelles handwerkliches Geschick mitbringen, das in der modernen, spezialisierten Arbeitwelt in der Regel gar nicht mehr vermittelt wird.
Ab welchem Alter gilt man als „alter“ Mensch auf dem Arbeitsmarkt? Das Renteneintrittsalter kann da wohl nicht gemeint sein, da es ja Fördermöglichkeiten für Menschen gibt, die noch nicht das Rentenalter erreicht haben.
Lassen wir den negativ behafteten Begriff „alt“ mal zu Hause. Wir sprechen lieber von „lebenserfahren“. Das wird dem Personenkreis aus meiner Sicht viel gerechter.
Es gibt vielfältige Fördermöglichkeiten der Arbeitsagentur. So zum Beispiel die Option, für Beschäftigte im Unternehmen, die mindestens 45 Jahre als sind, eine berufliche Qualifizierung zu bezuschussen.
Einen Lohnkostenzuschuss für „Ältere“ kann eine Firma unter bestimmten Voraussetzungen erhalten, wenn der favorisierte Bewerber mindestens 50 ist.
Sollte man sich nicht eher um die jungen heranwachsenden Menschen kümmern, dass die in Lohn und Brot stehen und im Alter eben nicht arbeitslos werden und diese Probleme bekommen?
Diese Meinung kann ich ganz und gar nicht teilen. Um die Zukunft unseres Standortes zu sichern, müssen wir „an allen Fronten“ kämpfen und auch die Potentiale der über 50-Jährigen nutzen.
Die aktuellen Zahlen zeigen es: die Zahl der Ausbildungsbewerber ist in den letzten Jahren um gravierende 45 Prozent zurückgegangen. Selbst wenn alle Jugendlichen problemlos in Ausbildung vermittelt werden könnten, wäre der Fachkräftebedarf auf lange Sicht nicht allein durch sie zu decken.
Zudem sollte die Belegschaft eines Unternehmens nie nur einer Generation angehören. Wie wertvoll ist es schließlich, generationsübergreifend voneinander zu lernen.
Wie ist die Vergütung von älteren Menschen wenn sie später nicht mehr ihrer gelernten Tätigkeit nachkommen und in andere Jobs hineingeworfen werden, die sie nicht gelernt haben? Da drohen doch Lohneinbußen? Gibt es Möglichkeiten, dass das Amt diese Einbußen abfedert oder ausgleicht?
Ja, die gibt es in der Tat.
Die sogenannte Entgeltsicherung ist für Menschen ab 50 gedacht, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung aufnehmen, die schlechter bezahlt ist als die vorherige. Zeitlich befristet gibt es einen Zuschuss zum Arbeitslohn, zudem werden zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung finanziert.
Welche Arbeiten kann man älteren Menschen überhaupt noch zumuten? Gibt es da bestimmte gesetzliche Definitionen?
Die Zumutbarkeit von Arbeit hängt grundsätzlich nicht vom Alter ab. Hierzu gibt es keine gesetzlichen Definitionen.
Allerdings müssen in bestimmten Berufen ab gewissen Altersgrenzen bestimmte Auflagen erfüllt werden.
Ein Kraftfahrer muss zum Beispiel ab 50 bestimmte ärztliche Untersuchungen
In regelmäßigen Abständen nachweisen.
Gibt es Kurse speziell für ältere Menschen, die beim Schreiben von Bewerbungen helfen? Bewerbungsschreiben unterliegen doch auch oftmals der Mode und verändern sich daher. Oder kann man das, was vor 20 Jahren gilt, heute immer noch so anwenden?
Die ideale Bewerbungsmappe schaut heute in der Tat etwas anders aus als vor 20 Jahren.
Die Arbeitsagentur unterstützt hier. Sprechen Sie einfach Ihren Vermittler darauf an.
Zudem bietet die LASA Brandenburg verschiedene Möglichkeiten an. Nähere Informationen gibt es unter www.lasa-brandenburg.de oder unter der Telefonnummer 03 31 - 60 02 5 23.
Wie funktioniert denn das mit der Altersteilzeit? Ich habe da mal etwas von gehört und würde gern mehr dazu erfahren.
Unter Altersteilzeit versteht man eine altersbedingte Einschränkung der Arbeitszeit. Diese ist für Arbeitnehmer ab 55 möglich.
Wichtig ist, dass dieses Gesetz Ende des Jahres ausläuft. Nur noch bis dahin kann Altersteilzeit tatsächlich begonnen werden.
Arbeitsrechtlich gesehen muss der vorhandene Arbeitsvertrag mit dem Betrieb durch einen neuen ersetzt werden, aus dem die geringere Arbeitszeit hervorgeht, Beide Parteien müssen also zustimmen.
Die Altersteilzeit muss mindestens eine Laufzeit bis zu dem Zeitpunkt haben, zu dem frühestens mit geminderter Altersrente ausgeschieden werden kann, und darf maximal bis zu dem Zeitpunkt gehen, zu dem man ohne Abschläge in Rente geht.
Auskünfte erteilt jeder Arbeitgeber. Die Arbeitsagentur kann Altersteilzeit bezuschussen.
Die Möglichkeit, für ältere Menschen in Potsdam oder näherer Umgebung einen passenden Job zu finden, ist eher gering einzuschätzen. Inwieweit kann man ihnen zumuten Jobs in entfernteren Regionen anzunehmen? Müssen alte Menschen genauso mobil sein, wie man es von jungen Menschen erwartet?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt in Potsdam und Umgebung zahlreiche Branchen, in denen qualifizierte Fachkräfte unabhängig vom Alter händeringend gesucht werden. Dies ist zum Beispiel in den sozialen Berufen der Fall, trifft aber auch auf Elektriker zu.
Zur Zumutbarkeit gibt es keine altersspezifischen Festlegungen. Grundsätzlich ist eine tägliche Fahrzeit von zweieinhalb Stunden (Hin- und Rückfahrt) bei einem Vollzeitjob zumutbar.
Diese kann aufgrund persönlicher Lebensumstände – zum Beispiel wegen gesundheitlicher Einschränkungen, der Betreuung eines Kindes oder der Pflege eines Angehörigen – eingegrenzt werden.
Was passiert mit älteren Menschen, die aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit körperlich mitgenommen sind, aber noch arbeiten wollen. Welche Arbeit wird denen angeboten sodass sie noch ihren gewohnten Lebensstandard halten können? Gibt es da spezielle Umschulungsprogramme für ältere Menschen?
Jeder Arbeitsuchende wird entsprechend seiner physischen und psychischen Möglichkeiten vermittelt – das trifft nicht nur bei älteren Arbeitnehmern zu.
Wenn Sie zum Beispiel aufgrund jahrelanger körperlich anspruchsvoller Tätigkeiten Wirbelsäulenprobleme haben, wir kein Vermittler auf die Idee kommen, Sie in die Spargelernte oder auf den Bau zu vermitteln.
Wie für andere Personen auch, kommt eine Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer ebenso in Frage. Voraussetzung ist, dass diese arbeitsmarktlich sinnvoll ist, d.h. Jobs im angestrebten Tätigkeitsfeld vorhanden sind, und die Person auch auf lange Sicht in der Lage ist, die Arbeit dann tatsächlich auszuüben.
Lohnt sich auch noch für ältere Menschen der Weg in die Selbstständigkeit? Gibt es da neben den normalen Förderungen auch noch Töpfe die zusätzliche für ältere Menschen etwas machen?
Natürlich kann sich der Weg in die Selbstständigkeit auch für ältere Arbeitnehmer noch lohnen. Wichtig ist, dass man mit einer guten Idee und einer fundierten Planung an den Start geht.
Auch für ältere Existenzgründer gibt es vielseitige Fördermöglichkeiten – vom Coaching, über den Gründungszuschuss bis zum zinsgünstigen Darlehen.
Am 25. November informiert die Agentur für Arbeit gemeinsam mit wichtigen Kooperationspartnern genau über diese Aspekte. Die Veranstaltung findet um 14 Uhr im Raum 200 im Potsdamer Horstweg 96 statt.
Die Politiker treiben das Rentenalter immer weiter in die Höhe. Wird das nach Ihrer Meinung weiter so gehen oder kann man mal wieder damit rechnen, dass das Renteneintrittsalter sinkt?
Das ist eine Frage, die man eher der Politik stellen muss. Dort wird sie entschieden. Meine persönliche Meinung ist, dass das Rentenalter nicht weiter angehoben werden sollte.
Wer über 67 hinaus weiter arbeiten möchte, kann dies ja trotz Rente in Form eines Minijobs tun.
Werden Weiterbildungsmaßnahmen für konkrete Jobwünsche angeboten? Wenn ja, wie vielfältig sind diese? Ich trage mich mit dem Gedanken mit über 50 Jahren nochmals was ganz anderes zu machen.
Die Weiterbildungen sind grundsätzlich auf konkrete Berufe und Tätigkeitsfelder zugeschnitten, nur so machen sie Sinn und bringen im Job voran. Es gibt unzählige verschiedene Angebote.
Untern www.kursnet.arbeitsagentur.de erhalten Sie einen umfassenden Überblick. Sprechen Sie auch Ihren Vermittler auf Ihr Vorhaben an. Er wird Ihnen sagen, inwieweit die Arbeitsagentur bzw. Arbeitsgemeinschaft auch finanziell unterstützen kann.
Gibt es spezielle Zusammenarbeiten zwischen Arbeitsagentur und Firmen, die vorrangig ältere Menschen einstellen? Wenn ja, in welchen Branchen? Ich bin viele Jahrzehnte als Bürokauffrau tätig gewesen.
Wie schon in der Frage 1 dargestellt, wächst die Bereitschaft der Unternehmen, auch älteren Arbeitnehmern eine Chance zu geben.
Der gemeinsame Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Arbeitsgemeinschaften wirkt darauf hin, auch ältere Arbeitnehmer bei der Personalauswahl einzubeziehen, und bietet auch offensiv Beratungen und Fördermöglichkeiten an.
Die Firmen, die bewusst auf ältere Arbeitnehmer setzen, kann man nicht auf bestimmte Branchen eingrenzen. Auffällig ist aber, dass es insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind.
Im kaufmännischen Bereich ist die Arbeitskräftenachfrage in Potsdam derzeit besser als noch vor Jahren. Ich empfehle Ihnen daher, regelmäßig in die Jobbörse unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de zu schauen. Falls Sie zu Hause keinen Rechner haben, ist dies auch im Internet-Center der Arbeitsagentur möglich.
Welchen Wert haben die Ausbildungsabschlüsse und Qualifizierungen, die ältere Menschen vor Jahren erworben haben, überhaupt noch? Ich habe zu DDR-Zeiten als Laborantin gearbeitet.
Den Beruf der Laborantin gibt es nach wie vor. Unter www.berufenet.arbeitsagentur.de kann man dies für jeden einzelnen Beruf herausfinden.
Wesentlich ist aber neben der formalen Anerkennung, wie lange man nicht mehr im erlernten Beruf gearbeitet hat. Ist es ein schnelllebiges Tätigkeitsfeld, kann man schon nach weniger Jahren nicht ohne weiteres wieder einsteigen.
Ein persönliches Gespräch beim Vermittler kann Aufschluss darüber geben, ob die vorhandenen Defizite in Form einer Weiterbildung aufgeholt werden können, oder ob die Neuerungen seit dem Ausstieg so gravierend sind, dass eine Vermittlung aussichtslos ist.
Welche Förderung gibt es für Arbeitgeber, die ältere Menschen einstellen? Ich habe bei Bewerbungsgesprächen oft den Eindruck, dass viele Arbeitgeber darüber nicht Bescheid wissen und ich daher oftmals erst die Fördermöglichkeiten ansprechen muss, damit man sich ernsthaft mit mir als Bewerberin beschäftigt.
Bei Einstellung von Arbeitnehmern ab 50 kann ein Lohnkostenzuschuss gezahlt werden, ebenso kann für Bewerber ab 45 eine erforderliche Qualifizierung finanziert werden.
Diese Leistungen werden aber nicht pauschal allein wegen des Alters gezahlt. Das Ob und Wie sind abhängig von den persönlichen Voraussetzungen, die die Person, die eingestellt werden soll, mitbringt.
Der Arbeitgeberservice informiert die Firmen natürlich auch über die Förderangebote, kann dies aber im ersten Schritt nur allgemein.
Ihr Vermittler konnte im Gespräch mit Ihnen schon einen Schritt weitergehen. Er kennt sie und kann Sie darüber informieren, in welchem Umfang ein Unternehmen bei Ihrer Einstellung gefördert werden könnte.
Erst wenn auch im Kontakt mit dem Unternehmen über eine ganz bestimmte Person gesprochen wird, kann die Arbeitsagentur auch dem Unternehmen einen festen Förderumfang zusagen.
Gibt es Kurse, die ältere Menschen im Umgang mit neuen Medien schulen? Allgemeine Computerkurse für ältere Menschen gibt es ja schon seit längerem. Gibt es aber auch Spezialangebote, mich interessiert zum Beispiel der Bereich Kundenmanagement-Software.
Es gibt in der Tat Weiterbildungskurse speziell für ältere Arbeitnehmer.
Wenn Sie arbeitslos oder arbeitsuchend sind, sprechen Sie Ihren Vermittler in der Arbeitsagentur beziehungsweise Arbeitsgemeinschaft darauf an.
Ansonsten ist auch die LASA Brandenburg ein interessanter Gesprächspartner. Nähere Informationen gibt es unter www.lasa-brandenburg.de oder unter der Telefonnummer 03 31 - 60 02 5 23.
Für so spezielle Bereiche wie die Kundenmanagement-Software gibt es weniger Angebote für ausschließlich ältere Arbeitnehmer. Aber das schließt ja nicht aus, dass auch ältere Arbeitnehmer sie nutzen. Einen konkreten Überblick über Weiterbildungsangebote in der Region erhält man auf der Seite www.kursnet.arbeitsagentur.de .
Inwieweit können ältere Menschen neben ihrer Rente noch arbeiten und Geld dazuverdienen? Meine Rente ist nicht gerade hoch und ich würde gern meinen Lebensstandard ein wenig verbessern.
Das ist durchaus möglich. Ein Minijob kann neben der Rente ausgeübt werden.
Informationen hierzu erhalten Sie vom Rentenversicherungsträger mit dem Rentenbescheid. Außerdem berät er Sie hierzu.
Wichtig ist, dass Sie der Rentenversicherung den Nebenjob anzeigen, bevor
Sie ihn beginnen.
Wo können sich ältere Menschen neben der Agentur für Arbeit über konkrete Arbeitsangebote informieren?
Sie können direkt in die Arbeitsagentur zu einem Beratungsgespräch kommen oder aber von zu Hause auf die Seite www.jobboerse.arbeitsagentur.de schauen. Hier werden nahezu alle Stellen veröffentlicht. Außerdem finden Sie auf www.arbeitsagentur.de eine Liste aller Jobbörsen, mit denen die Bundesagentur für Arbeit kooperiert.
Ein umfassendes Beratungsangebot für Ältere bietet auch die LASA Brandenburg. Nähere Informationen gibt es unter www.lasa-brandenburg.de oder unter der Telefonnummer 03 31 - 60 02 5 23.
Gelten für ältere Menschen grundsätzlich andere Arbeitszeiten oder ist das immer von Tarifverträgen abhängig?
Grundsätzlich gelten für ältere Arbeitnehmer keine anderen Arbeitszeiten. Sie haben nur Zugang zu anderen Arbeitszeitmodellen (beachten Sie hierzu Frage 7).
Falls darüber hinaus andere Arbeitszeiten festgelegt sind, dann über Tarifverträge. Die Gewerkschaften können hierzu Auskünfte geben.
Man sagt oftmals das ältere Menschen nicht so belastbar sind? Gibt es darüber konkrete Studien, die zum Beispiel aussagen, dass ältere Arbeitnehmer häufiger krank sind oder langsamer Arbeiten. Oder sind diese Anschuldigungen älteren Menschen gegenüber vielleicht auch aus der Luft gegriffen?
Es gibt diverse Studien, die sich mit diesem Thema befassen.
Die Böckler Stiftung hat zum Beispiel im Jahr 2008 dazu eine interessante Publikation veröffentlicht. Hier kann diese abgerufen werden: www.boeckler.de/pdf/mbf_as_alter_2008.pdf
Kernaussagen sind:
Jüngere Erwerbstätige sind zwar häufiger krank als Ältere, allerdings dauern die Erkrankungen bei Älteren deutlich länger. Zwischen 45 und 65 erhöht sich deshalb deutlich der Krankenstand: von 4,6 auf 6,9 Prozent bei Frauen, von 4,4 auf 8,1 Prozent bei den Männern.
Auch das Leistungsvermögen verändert sich: so sind Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Kraft oder Ausdauer am besten im frühen Erwachsenenalter ausgebildet. Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen Ältere in der Regel besser sind als Jüngere: Konfliktlösung, Kommunikationsfähigkeit oder Selbststeuerungsfähigkeiten.
Wenn man nicht erst mit dem normalen Rentenalter in Rente gehen will, kann man doch Vorruhestandsregelungen in Anspruch nehmen. Geht das nur, wenn mein Betrieb so etwas anbietet oder kann ich da generell zur Arbeitsagentur gehen?
Den Paragraphen 428 im Sozialgesetzbuch III gibt es nicht mehr. Hiernach war noch vor einigen Jahren ab einem Alter von 58 der Bezug von Arbeitslosengeld unter erleichterten Bedingungen möglich: man musste sich dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stellen, konnte also auf eigenen Wunsch von der Vermittlung in einen Job ausgeschlossen werden.
Dies ist wie erwähnt heute nicht mehr möglich.
Sie können sich bei Ihrem Rententräger darüber informieren, wann Sie mit welchen Abschlägen frühzeitig in Rente gehen können. Auch Altersteilzeit kann, wenn Sie sie noch in diesem Jahr beginnen (siehe Frage 7), eine Lösung sein.
Außerdem sollten Sie sich mit der Gewerkschaft in Verbindung setzen. Womöglich gibt es für Ihren Beruf besondere tarifliche Regelungen.
Gibt es Sensibilisierungskurse, damit Ältere bessere in jüngere Arbeitsteams integriert werden können?
„Sensibilisierungskurse“, wie man Sie zum Beispiel bei der Einstellung von Schwerbehinderten kennt, gibt es nicht. Hier ist jeder Arbeitgeber gefragt.
Allerdings gibt es eine Reihe von Förder- und Beratungsleistungen und auch Sonderprojekte, wie die Initiative 50plus, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Außerdem denke ich bei dieser Frage an erfolgreiche Projekte, bei denen man bewusst auf den Mix „Innovationskraft der Jüngeren“ und „Erfahrungsschatz der Älteren“ setzt. So ist es beispielsweise beim „Campus der Generationen“ an der Universität Potsdam. Die Arbeitsagentur unterstützt das Vorhaben.











